Istrien – alle Jahre wieder einfach nur schön

Eigentlich war aufgrund unserer langfristigen Urlaubsplanung für 2025 nur ein mehrtägiger Aufenthalt Anfang bis Mitte Mai an der slowenischen Küste und auf Istrien vorgesehen. Doch wie so oft kam es anders als gedacht – in diesem Fall mit äußerst positiven Auswirkungen.

Da die Wetterprognosen für das letzte Aprilwochenende zu Hause wenig Gutes verhießen und ich vom nasskalten Wetter auf Kreta noch genug hatte, schlug ich Gerhard kurzerhand vor, übers Wochenende nach Istrien zu fahren. Er war sofort einverstanden.

In den vergangenen Jahren waren wir zu dieser Zeit meist gegen Ende unseres Urlaubs dort gewesen, es sollten also ausreichend Motive vorhanden sein. Außerdem wollte ich unbedingt einige Neufunde aus dem Vorjahr noch einmal überprüfen.

Da uns nur wenig Zeit zur Verfügung stand, beschränkten wir uns hauptsächlich auf die bekannten „Standardplätze“. Für drei Tage war das jedoch völlig ausreichend, um die Speicherkarten zu füllen: Zungenständel in Hülle und Fülle, verschiedenste Ragwurzen, ein paar „Affis“ und sogar die ersten Schmetterlinge waren bereits unterwegs. Besonders gefreut habe ich mich auch darüber, einige (Foto-)Freunde dort wiederzutreffen.

Den ursprünglichen Plan, Anfang Mai noch einmal in den Süden zu fahren, mussten wir aus beruflichen Gründen verschieben. So konnten wir erst Mitte Mai zunächst ein paar Tage an der slowenischen Küste und anschließend noch einige Tage auf Istrien verbringen.

Das war für uns fotografisch Neuland, da wir zu dieser Jahreszeit bisher noch nie dort unterwegs gewesen waren. Bereits am Abend unserer Ankunft wurde klar, dass diese Entscheidung genau richtig gewesen war 😊
Neben einigen „weißen“ Bienchen entdeckten wir sogar eine „Haubenfangschrecke (Empusa fasciata)“ – damit hatten wir dort überhaupt nicht gerechnet.

Die folgenden Tage verbrachten wir vor allem im Hinterland der Küste und waren begeistert von der Vielfalt, die sich uns bot. Zwar waren die früheren Arten bereits verblüht, doch Pflanzen, die wir sonst oft nur als Knospen oder in der ersten Blüte kannten, präsentierten sich nun als stattliche Exemplare in Vollblüte. Besonders auffällig waren die zahlreichen Bienen-Ragwurzen sowie die große Vielfalt blühender Pflanzen auf manchen Wiesen. Erfreulich war auch, dass deutlich mehr Schmetterlinge unterwegs waren, als wir es üblicherweise erleben.

Der anschließende Wechsel rund 100 Kilometer weiter in den Süden bestätigte unsere Eindrücke: Die Natur ist zu dieser Zeit logischerweise schon deutlich weiter. Manche Flächen leuchteten tiefrot von einem Meer aus Zungenständeln – diesmal jedoch von den größeren Arten.

Einmal mehr gelang es uns, eine für uns neue Ragwurz-Art „Ophrys illyrica“ zu finden. Bienen-Ragwurzen wuchsen an Stellen, an denen wir sie niemals vermutet hätten, und auch an Faltern gab es reichlich zu entdecken. Ein ganz besonderes Highlight war für mich das große Glück, zum allerersten Mal einen „Kardinal (Argynnis pandora)“ fliegen und später im Gras sitzen zu sehen. Den krönenden Abschluss bildete schließlich der letzte Abend, als wir eine Wiese fanden, über der eine „Schmetterlingshaft (Libelloides macaronius)“ flog – und sich dann auch noch geduldig als Fotomodell zur Verfügung stellte.

So wurde aus einer Notlösung eine wunderbare Zeit. Wir haben einmal mehr unglaublich viel Schönes gesehen – und ich freue mich schon jetzt sehr auf eine baldige Wiederholung 😊

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