Eine (fast) perfekte Fototour auf Kreta

Schon seit einigen Jahren spielten wir mit dem Gedanken, unseren fotografischen „Aktionsradius“ rund um das Thema Orchideen zu erweitern. Im März 2025 war es dann soweit: Unser erstes Ziel im europäischen Süden sollte Kreta sein. Ausgestattet mit zahlreichen Tipps zu möglichen Fundstellen starteten wir voller Vorfreude in dieses neue Abenteuer.

Die Ankunft auf der Insel verlief allerdings wenig verheißungsvoll. Regen empfing uns bereits am Flughafen, und so fiel die Entscheidung schnell: möglichst rasch Richtung Osten, zu unserem ersten Quartier. Dort versprach die Wetterkarte nicht nur trockenere Bedingungen, sondern auch ein wenig Sonnenschein. Die Fahrt führte zunächst über die Schnellstraße, später über kleinere Landstraßen. Irgendwann hielten wir spontan an – und bekamen einen ersten Eindruck davon, was uns in den kommenden Tagen erwarten sollte.

Eine der ersten Orchideen, die wir fanden, sollte uns mehr oder weniger den gesamten Aufenthalt begleiten. Kaum ein Gebiet, in dem sie nicht auftauchte.
Ophrys heldreichii / Heldreichs Ragwurz – wurde so etwas wie der stille Begleiter dieser Reise und ein vertrautes Motiv vor der Linse.

Die ersten Tage nutzten wir, um den Osten der Insel genauer zu erkunden. Die Orchideen selbst zu finden, erwies sich dabei als weniger schwierig als erwartet. Deutlich anspruchsvoller war es, die zahlreichen Arten auch korrekt zu bestimmen. Viele ähneln sich stark und variieren in Form und Farbe.

Nicht alle Tipps, die wir im Vorfeld erhalten hatten, führten zum Erfolg. Einige Standorte waren äußerst ergiebig und bestätigten sich als wahre Hotspots. Andere hingegen entpuppten sich als überholt: Manche Habitate existierten nicht mehr, andere waren vollständig zugewachsen und boten keinen Raum mehr für Orchideen.

Abgesehen von einem rasch aufziehenden Gewitter, das uns aus dem Thrypti-Gebirge vertrieb, präsentierte sich das Wetter in den ersten Tagen durchaus fotografiefreundlich. Das änderte sich jedoch mit dem Ortswechsel nach Spili. Plötzlich bestimmten kühle Morgen mit Temperaturen unter 10 °C, Höchstwerte von nur 15 bis 16 °C, starker Wind und Regen unseren Tagesablauf. Die Bedingungen waren alles andere als angenehm.

Ganz ungenutzt ließen wir diese Tage dennoch nicht verstreichen. Statt zu fotografieren, suchten wir gezielt nach potenziellen Standorten, die wir bei besseren Bedingungen aufsuchen wollten. Diese Strategie zahlte sich aus: Immer wieder ergaben sich kurze Wetterfenster, in denen wir die geplanten Plätze tatsächlich besuchen konnten.

Rückblickend war diese Fototour vielleicht nicht perfekt im klassischen Sinn – aber fotografisch sehr stimmig. Sie verlangte Anpassung, Flexibilität und bewusste Entscheidungen. Genau das macht für mich den Reiz solcher Reisen aus.

Der erste Ausflug zu den griechischen Orchideen bleibt in guter Erinnerung – als Auftakt zu einer Region, die fotografisch noch viel zu bieten hat. Kreta war sicher nicht das letzte Ziel.

Die gesamte Sammlung der Bilder findest du hier

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