Tirol – Auf der Suche nach den Schmetterlingen

Wie schon in den vergangenen Jahren verbrachten wir auch im Frühsommer 2025 rund eine Woche bei unseren Freunden in Tirol. Aufgrund der Erfahrungen aus der Vergangenheit wollten wir unser Glück diesmal in der ersten Julihälfte versuchen.

Die Wetterprognosen waren allerdings alles andere als vielversprechend – um es freundlich auszudrücken: ausgesprochen nass. Also nutzten wir die wenigen noch trockenen Tage so gut es ging. Doch es war wie verhext: Auch in diesem Jahr waren an den verschiedenen Fundstellen kaum Falter zu entdecken – mit einer Ausnahme, nämlich dem eigenen Garten. Hier macht sich die jahrelange, schmetterlingsgerechte Pflege deutlich bemerkbar. Besonders gefreut habe ich mich über einen Storchschnabel-Bläuling (Eumedonia eumedon) – zum einen hatte ich ihn schon längere Zeit nicht mehr gesehen, zum anderen hatten die Bedingungen für ein ausgiebiges „Shooting“ noch nie so gut gepasst 🤗.

In der Folge nutzten wir immer wieder kurze Trockenphasen, um verschiedene Habitate erneut aufzusuchen. Vielleicht hatten wir beim ersten Besuch nicht genau genug hingesehen – oder der eine oder andere Falter hatte sich einfach zu gut versteckt. Und genau so dürfte es gewesen sein: Statt einem fanden wir diesmal gleich drei Quendel-Ameisenbläulinge (Phengaris arion). Hier kam uns das kühle Wetter sogar eimal entgegen 😉.

Ein glücklicher Zufall bescherte mir bei einem Ausflug über den Arlberg die Möglichkeit, den wohl seltensten Falter unseres Landes, das Moor-Wiesenvögelchen (Coenonympha oedippus), nicht nur zu sehen, sondern auch einige brauchbare Dokumentationsfotos mitnehmen zu können. Dass ich während der Fahrt über den Berg in höheren Lagen frischen Schnee gesehen habe, sei nur am Rande erwähnt 😉.

Als besonders erfreulich erwies sich auch der Ausflug ins Piller Moor. Schon in der Vergangenheit erlebten wir dort so manche Überraschung – diesmal in Gestalt des Natterwurz-Perlmuttfalters (Boloria titania). Zwar hatten wir ihn kurz zuvor bereits an anderer Stelle gefunden, aber so oft bekommt man ihn dann doch nicht vor die Linse 🤗.

Der große Wunsch, auch den Roten Apollo (Parnassius apollo) sehen und fotografieren zu können, erfüllte sich erst am letzten Abend. Einmal mehr war dabei der Wind fast ein Hinderungsgrund 🙈.

Zur Belohnung gab es am nächsten Morgen beim Frühstück dann noch ein paar „Kleinigkeiten“ im Garten zu entdecken 😂.

Alles in allem kann ich den Aufenthalt in Tirol fotografisch durchaus als erfolgreich bezeichnen – auch wenn Vielfalt und Individuenzahl, die ich in früheren Jahren dort erlebt habe, inzwischen selbst in dieser Gegend deutlich rückläufig sind. Denn es ist kaum anzunehmen, dass wir jedes Jahr zufällig zur „falschen“ Zeit unterwegs sind.

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